Home | français | italiano | Kontakt | Sitemap | Links | Aktuell
 
DIE STIFTUNG | GESUCHE AN UNS | UNSERE SCHWERPUNKTPROJEKTE | BINDING WALDPREIS | LOGOS | MEDIEN
 
Grundsätze
Kuratorium
Preisträger
Film
Medieninfos
Exkursionsvorschläge
Evaluation des Waldpreises
 
Potential Privatwald
Waldpflegegenossenschaft Schwändeliflue

Im Entlebuch schlossen sich private Waldeigentümer zu einer engagierten Genossenschaft zusammen. Ihre gemeinsame, zielgerichtete und nachahmenswerte Waldpflege würdigt die Sophie und Karl Binding Stiftung mit dem Binding Waldpreis. Mit 200'000 Franken ist dies der höchstdotierte Umweltpreis der Schweiz.

36 privaten Waldbesitzenden gehört der schwer zugängliche und sehr steile Wald oberhalb des Dorfes Flühli (LU). Die 135 Hektaren schützen das Dorf vor Naturgefahren – aber nur, wenn der Wald sorgfältig gepflegt wird. Für die einzelnen Eigentümer ist das kaum möglich, zu gross wären personeller und finanzieller Aufwand, zudem fehlt oft das Wissen. Vor diesem Problem stehen viele private Waldeigentümer in der Schweiz. Knapp ein Drittel des Schweizer Waldes gehört einer Viertelmil-lion Besitzern. Deren Parzellen sind oft klein, wirtschaftlich bedeutungslos, der Wald überaltert und unternutzt – das Potential liegt brach. Zum Wohle der Talschaft gründeten die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer der Schwändeliflue deshalb 1996 eine Waldpflegegenossenschaft. Gemeinsam ist nun möglich, was alleine viel schwieriger wäre: eine langfristig orientierte, effiziente und nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Grosses Engagement und offener Geist
Für die Genossenschaft gaben die Waldbesitzenden die individuellen Rechte über ihre Waldparzellen ab, nicht aber ihre emotionale Bindung. Aussicht auf monetären Gewinn besteht keine. So handelt nur, wer Vertrauen in die neue Struktur hat und Waldeigentum als Chance begreift. Mit einem gemeinsamen Ziel, hohem Engagement, eigenständigem und differenziertem Denken, langfristig ausgelegtem Handeln und in enger Partnerschaft mit dem kantonalen Forstdienst gelingt es der Genossenschaft, den Wald im Sinne der Nachhaltigkeit und zum Schutz des Dorfes zu bewirtschaften. Aktiv und umsichtig geleitet wird die Genossenschaft von Präsident Peter Studer und Vize Pius Schnider. Sie schaffen ein gemeinsames Verständnis für den Wald und das Ökosystem. Dies ist die Basis, um auch unterschiedliche Ansichten über die Bewirtschaftung auf den gleichen Nenner zu bringen. So finden die Beteilig-ten mit dem gleichen Ziel vor Augen, einer guten Portion Offenheit und der Verpflichtung gegenüber den Menschen im Dorf immer wieder zukunftsgerichtete Lösungen.

Die Waldpflegegenossenschaft
Der von der Genossenschaft engagierte Betriebsförster Oswald Aschwanden, der eng mit dem kantonalen Forstdienst zusammenarbeitet, leistet eine professionelle Arbeit. Die Jahresplanung wird den Genossenschaftern vorgelegt und diese entscheiden über die Umsetzung der geplanten Massnahmen. Wo es geht, verrichten die Genossenschafter anfallende Aufgaben gemeinsam im Stundenlohn. Dazu gehören Wegebau, Pflanzungen zur Förderung des Laubholzanteils oder der Bau von Dreibeinböcken gegen Schneerutsche. Den Rest der Arbeiten, wie die anspruchsvolle Holzernte zur Verjüngung der Bestände, erledigt ein Forstunternehmen. Die Genossenschaft besitzt keinen Werkhof und hält so die Infrastrukturkosten gering.

Potential Privatwald
Das Beispiel Schwändeliflue zeigt: Privatwald, der mit einer zweckmässigen Organisation kollektiv bewirtschaftet und gepflegt wird, hat ein grosses Potential – für die Besitzenden ebenso wie für die Gesellschaft. Die gemeinwohlorientierte und genossenschaftliche Zusammenarbeit in Flühli ist vorbildlich und in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Das Erfolgsmodell kann anderen privaten Waldeigentümern als Beispiel dienen. Deshalb erhält die Waldpflegegenossenschaft Schwändeliflue den Binding Waldpreis 2014 zum Thema „Potential Privatwald“.

Materialien zum Herunterladen

Leporello "Das Erfolgsgeheimnis der Waldpflegegenossenschaft Schwändeliflue"
Dieses Faltblatt zeigt für Fachleute und Interessierte auf, warum die Waldpflegegenossenschaft Schwändeliflue als "Best Practice"-Beispiel für einen Zusammenschluss von Privatwald-Eigentümern gelten kann. Nachmachen erwünscht! (PDF 854 KB)

Festschrift
Zudem ist die Broschüre erschienen: "Potential Privatwald - Waldpflegegenossenschaft Schwändeliflue", mit eindrücklichen Fotografien, in deutscher Sprache, avec résumés en Français. Interessierte können die Broschüre bei der Stiftung bestellen oder hier herunterladen (PDF 9493 KB).

Laudatio zum Binding Waldpreis 2014
Die Laudatio von dipl. Forsting. Georg Schoop, Präsident des Kuratoriums für den Binding Waldpreis, können sie hier herunterladen: (PDF 37 KB).

Rede zur Preisverleihung von Dr. h.c. Beat Kappeler
Anlässlich der Preisverleihung hielt der Autor und Kolumnist Dr. h.c. Beat Kappeler ein Referat mit dem Titel "Der Waldpreis, ein Nobelpreis – und warum die Schweiz funktioniert". Dieses können Sie hier herunterladen: (PDF 65 KB)